Firmenwagen vs. Gehaltserhöhung
Was bringt netto mehr: Dienstwagen oder Bruttoplus?
Eingaben
Firmenwagen
Alternative: Bruttoerhöhung
Bilanz pro Monat
Steuerjahr 2026−651,24 €
Bruttoerhöhung bringt dir 651,24 € mehr pro Monat als der Firmenwagen.
- Variante
- Verfügbar / Monat
- Status quo (heutiger Job, eigenes Auto)
- 3.135 €
- Mit Firmenwagen (Privatauto fällt weg)
- 2.737 €
- Mit Bruttoerhöhung (Privatauto bleibt)
- 3.388 €
Firmenwagen im Detail
- Nutzungsanteil (1 % des BLP)
- 500,00 €
- Arbeitsweg (0,03 % × 20 km)
- 300,00 €
- Geldwerter Vorteil / Monat
- 800,00 €
- Steuer- und SV-Last darauf
- − 398,09 €
Wie der Firmenwagen versteuert wird
Wer den Dienstwagen auch privat fährt, hat einen geldwerten Vorteil. Der wird wie zusätzliches Gehalt behandelt: Lohnsteuer plus Sozialabgaben fallen darauf an, ausgezahlt bekommst du diesen Betrag aber nicht. Standard ist die 1-Prozent-Methode:
1 Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat für die private Nutzung. Listenpreis, nicht Kaufpreis. Sonderausstattung zählt mit.
0,03 Prozent pro Entfernungskilometer pro Monat für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit. Bei 20 km also 0,6 Prozent des Listenpreises zusätzlich.
E-Auto bis 70.000 € BLP: nur 0,25 Prozent. Über 70.000 € BLP und Plug-in-Hybride: 0,5 Prozent. Eine der wirksamsten Steuerförderungen überhaupt.
Fahrtenbuch als Alternative. Wer überwiegend dienstlich fährt, kann den tatsächlichen Privatanteil ausweisen. Aufwand: jede Fahrt mit Datum, Strecke, Zweck.
Wann der Firmenwagen netto gewinnt
Die Logik dahinter ist simpel: Der Arbeitgeber zahlt Anschaffung, Versicherung, Wartung und je nach Vertrag den Sprit. Du versteuerst nur den geldwerten Vorteil. Wer dieselbe Mobilität sonst privat kaufen müsste, spart die volle Total-Cost-of-Ownership.
Faustregeln:
Privatauto-Bedarf vorhanden? Wer ohne Firmenwagen sowieso ein Auto kaufen, leasen oder mit Kosten betreiben würde, gewinnt fast immer.
Kurzer Arbeitsweg. Je kürzer der Pendelweg, desto kleiner der Arbeitsweg-Anteil und desto besser die Rechnung für dich.
E-Auto. Mit 0,25 statt 1 Prozent als gV liegt die Steuerlast bei einem Viertel. Selbst bei wenig privater Fahrleistung lohnt sich das.
Tankkarte inklusive. Wenn auch private Kraftstoffkosten übernommen werden, kippt die Rechnung nochmal deutlich.
Gegen den Firmenwagen sprechen: kein Privatauto-Bedarf, langer Arbeitsweg, hoher BLP eines Verbrenners. In diesen Fällen ist Bruttoerhöhung oder ein Sachbezug wie Jobticket meist die bessere Wahl.
Was die Steuerlast genau bewegt
Mit deinen Eingaben oben rechnet sich das so:
| Position | Pro Monat |
|---|---|
| Brutto (heutig) | 5.000 € |
| Netto ohne Firmenwagen | 3.135 € |
| Geldwerter Vorteil (1- bzw. 0,25-Methode + Arbeitsweg) | + 800,00 € zum Steuerbrutto |
| Netto-Auszahlung mit Firmenwagen | 2.737 € |
| Differenz zur Netto-Basis | −398,09 € |
| Eingespartes Privatauto | + 0,00 € |
| Netto-Effekt Firmenwagen vs. Status quo | −398,09 € |
| Netto-Effekt Bruttoerhöhung vs. Status quo | +253,15 € |
Firmenwagen ändert auch deinen Echtlohn
Ein Dienstwagen kann das Pendeln entspannter machen, längeren Arbeitsweg attraktiver oder einen Außendienstjob überhaupt machbar. Was am Ende pro Stunde übrig bleibt, hängt von beiden Seiten ab: dem Netto-Effekt und der Zeit, die du investierst.
→ Job mit und ohne Firmenwagen im Echtlohn-Rechner gegenüberstellen
Häufige Fragen
Wie wird ein Firmenwagen versteuert?
Bei Privatnutzung gilt entweder die 1-Prozent-Methode (Pauschale auf den Bruttolistenpreis plus 0,03 Prozent pro km Arbeitsweg) oder das Fahrtenbuch. Bei E-Autos bis 70.000 € BLP sind es nur 0,25 Prozent, bei größeren E-Autos und Plug-in-Hybriden 0,5 Prozent. Der geldwerte Vorteil wird zum Bruttolohn dazugerechnet und genauso versteuert.
Lohnt sich ein Firmenwagen mehr als eine Gehaltserhöhung?
Fast immer dann, wenn man sonst privat ein Auto bräuchte. Der Arbeitgeber zahlt Anschaffung, Versicherung, Wartung und meist Sprit, du versteuerst nur den geldwerten Vorteil. Ohne Auto-Bedarf ist Bruttoerhöhung netto besser. Die genaue Schwelle rechnest du oben aus.
Ist ein E-Firmenwagen wirklich günstiger?
Steuerlich klar ja. 0,25 Prozent statt 1 Prozent bedeutet bei einem 60.000 € teuren E-Auto nur 150 € geldwerter Vorteil statt 600 € pro Monat. Der Netto-Vorteil liegt typisch bei 150 bis 200 € pro Monat. Voraussetzung: BLP unter 70.000 €. Darüber sind es 0,5 Prozent.
Was ist besser: 1-Prozent-Methode oder Fahrtenbuch?
Wer den Wagen überwiegend dienstlich fährt (unter 30 bis 40 Prozent Privatanteil), spart oft mit dem Fahrtenbuch. Aufwand: jede Fahrt lückenlos dokumentieren. Bei normaler privater Nutzung und langem Arbeitsweg ist die 1-Prozent-Methode meist günstiger und einfacher.
Welcher Wert zählt: Listenpreis oder Kaufpreis?
Immer der Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung. Rabatte, Leasing-Konditionen oder ausgehandelter Kaufpreis spielen keine Rolle. Sonderausstattung und Mehrwertsteuer zählen mit. Der Wert wird auf volle 100 € abgerundet.
Ist ein Jobticket oder Tankzuschuss besser?
Wenn der Bedarf auf Pendeln beschränkt ist und kein eigenes Auto sonst finanziert werden muss, oft ja. Jobticket: steuer- und sozialabgabenfrei. Tankzuschuss bis 50 € als Sachbezug steuerfrei. Wer aber Familie, Außen- dienst oder Lastentransport hat, profitiert mehr vom Firmenwagen.
Wie genau ist diese Berechnung?
Basiert auf dem gleichen Steuermodul wie der Brutto-Netto-Rechner (Steuerjahr 2026, validiert gegen den BMF-Lohnrechner). Sonderkonstellationen wie Übergangsbereich, Pauschalversteuerung des Arbeitsweg-Anteils mit 15 Prozent durch den Arbeitgeber oder individuelle Privatauto-TCO werden nicht automatisch abgebildet. Für die Vertragsverhandlung mit dem Arbeitgeber reicht die Größenordnung, für eine bindende Aussage Steuerberater fragen.
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