Brutto-Netto-Rechner
Was bleibt wirklich vom Bruttogehalt übrig?
Eingaben
Netto pro Monat
Steuerjahr 20263.135,15 €
37.622 € pro Jahr. 37.3 % Abzüge insgesamt.
Abzüge im Detail
- Brutto / Jahr
- 60.000 €
- Lohnsteuer
- − 9.328 €
- Solidaritätszuschlag
- − 0 €
- Krankenversicherung
- − 5.250 €
- Pflegeversicherung
- − 1.440 €
- Rentenversicherung
- − 5.580 €
- Arbeitslosenversicherung
- − 780 €
- Netto / Jahr
- 37.622 €
Echtlohn statt nur Netto.
Vom Netto bleibt pro tatsächlich aufgewendeter Stunde noch weniger übrig, sobald man Pendelzeit und Pendelkosten einrechnet.
Was vom Brutto abgezogen wird
Auf dem Lohnzettel siehst du eine lange Liste. Sie zerfällt in zwei Blöcke: Steuern ans Finanzamt und Sozialabgaben an die Sozialversicherungsträger. Beides zusammen sind in Deutschland je nach Einkommen 25 bis 45 Prozent vom Brutto.
Lohnsteuer
Vorauszahlung der Einkommensteuer. Wird vom Arbeitgeber direkt einbehalten und ans Finanzamt überwiesen. Berechnet sich nach dem progressiven §32a EStG-Tarif: 0 % bis zum Grundfreibetrag (2026: 12.348 €), dann linear ansteigend bis maximal 42 % (ab 68.481 € zvE) bzw. 45 % „Reichensteuer" (ab 277.826 €).
Solidaritätszuschlag
5,5 % auf die Lohnsteuer, aber seit 2021 nur noch für Top-Verdiener. Unterhalb einer Lohnsteuer-Freigrenze von 19.950 € (Stkl. I) zahlst du gar keinen Soli. Darüber gibt es eine Milderungszone, in der der Soli langsam hochwächst.
Kirchensteuer
Nur, wenn du Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft bist. 8 % in Bayern und Baden-Württemberg, 9 % in den übrigen Bundesländern, bezogen auf die Lohnsteuer. Kinderfreibeträge senken die Bemessungsgrundlage.
Krankenversicherung (KV)
Allgemeiner Beitragssatz 2026: 14,6 %, paritätisch geteilt. Dein Anteil: 7,3 %. Hinzu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag (Durchschnitt 2026: 2,9 %), den ihr euch ebenfalls hälftig teilt. Beitrag wird nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 69.750 € (2026) erhoben.
Pflegeversicherung (PV)
Basissatz 3,6 %, AN-Anteil 1,8 %. Kinderlose ab 23 zahlen 0,6 % Aufschlag. Eltern bekommen ab dem 2. Kind je 0,25 % Abschlag bis maximal zum 5. Kind. Sachsen-Sonderregel: der AN trägt zusätzlich 0,5 % (Buß- und Bettag).
Renten- und Arbeitslosenversicherung
RV: 18,6 % paritätisch → 9,3 % AN-Anteil. AV: 2,6 % paritätisch → 1,3 % AN-Anteil. Bemessungsgrenze 2026: 101.400 €. Wer mehr verdient, zahlt darüber keine Beiträge mehr.
Was die Steuerklasse ändert
Die Steuerklasse legt fest, wann du Steuern zahlst, nicht wie viel. Über die Steuererklärung wird ohnehin auf den gemeinsamen oder einzelnen Tarif zurückgerechnet. Sie verschiebt also Liquidität:
I. Ledig, geschieden, verwitwet. Standard für Singles.
II. Alleinerziehend. Bringt den Entlastungsbetrag (2026: 4.260 € plus 240 € pro weiterem Kind).
III/V. Klassiker für Ehepaare mit großem Einkommensunterschied. Der Hauptverdiener kommt in III (doppelter Grundfreibetrag), der Partner in V (kein Freibetrag). Mehr Netto im Monat, oft Nachzahlung am Jahresende.
IV/IV. Bei ungefähr gleichen Einkommen. Mit Faktor noch genauer.
VI. Für jeden weiteren Job neben deinem Hauptjob. Kein Freibetrag, höchster Abzug.
Hinweis: III/V wird ab 2030 abgeschafft und durch das Faktorverfahren ersetzt.
Brutto-Netto-Beispiele
Faustwerte für Steuerklasse I, NRW, gesetzlich versichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag, kinderlos, ohne Kirchensteuer. Eigene Werte oben einfach durchrechnen.
| Brutto / Jahr | Netto / Jahr | Netto / Monat | Abzugssatz |
|---|---|---|---|
| 30.000 € | 21.250 € | 1.771 € | 29.2 % |
| 40.000 € | 26.926 € | 2.244 € | 32.7 % |
| 50.000 € | 32.384 € | 2.699 € | 35.2 % |
| 60.000 € | 37.622 € | 3.135 € | 37.3 % |
| 80.000 € | 48.132 € | 4.011 € | 39.8 % |
| 100.000 € | 58.129 € | 4.844 € | 41.9 % |
| 120.000 € | 68.642 € | 5.720 € | 42.8 % |
Vom Netto zum Echtlohn
Netto ist Schritt eins. Zwei Jobs mit gleichem Netto können je nach Pendelzeit, Arbeitsweg und Wochenstunden trotzdem unterschiedlich viel wert sein. Echtlohn ist das, was pro wirklich aufgewendeter Stunde übrig bleibt.
Häufige Fragen
Welche Abzüge werden vom Bruttogehalt gemacht?
Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, ggf. Kirchensteuer, plus Sozialabgaben für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Bei Beamten entfallen die Sozialabgaben.
Wie viel Netto bleibt von 50.000 € brutto im Jahr?
In Stkl. I, NRW, gesetzlich versichert, kinderlos, ohne Kirchensteuer: rund 32.000 € netto pro Jahr, also etwa 2.700 € im Monat. Die genaue Zahl hängt von Bundesland, Krankenkasse, Konfession und Kinderzahl ab. Oben durchrechnen.
Was ist der Unterschied zwischen Lohnsteuer und Einkommensteuer?
Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung der Einkommensteuer, die dein Arbeitgeber direkt einbehält. Über die Steuererklärung wird am Jahresende abgerechnet: zu viel gezahlt → Rückerstattung, zu wenig → Nachzahlung.
Lohnt sich der Wechsel von Stkl. IV/IV zu III/V?
Nicht für die Jahressumme: die ändert sich übers Jahr nicht. Aber für Lohnersatzleistungen (Eltern-, Krankengeld), die sich am Netto orientieren, kann III kurz vor dem Bezug sinnvoll sein. Ab 2030 wird das Modell durch Faktorverfahren ersetzt.
Wird das ganze Brutto für Sozialabgaben herangezogen?
Nein. Beitragsbemessungsgrenzen 2026: 69.750 € (KV/PV) und 101.400 € (RV/AV). Darüber sind keine Beiträge fällig.
Wie genau ist diese Berechnung?
Validiert gegen den offiziellen BMF-Lohn- und Einkommensteuerrechner für Steuerjahr 2026. Über alle getesteten Konstellationen (Steuerklasse I bis V, mit und ohne Kinder, Brutto bis 150.000 € pro Jahr) liegt die Abweichung bei der Lohnsteuer unter 2 %, im Schnitt deutlich unter 1 %. Restabweichungen kommen von Detailregeln der §39b-Vorsorgepauschale, die hier vereinfacht abgebildet sind. Übergangsbereich (Midijob) ist nicht modelliert. Für rechtsverbindliche Auskunft Steuerberater oder das BMF-Tool.
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